Einbürgerung 2026: die Voraussetzungen im Überblick
Redaktion · 10. Oktober 2026 · 4 Min. Lesezeit

Kurz gesagt
Für einen Anspruch auf Einbürgerung brauchen Sie fünf Jahre rechtmäßigen Aufenthalt, ein passendes Aufenthaltsrecht, einen Lebensunterhalt ohne Bürgergeld oder Sozialhilfe, Deutsch auf B1, den bestandenen Einbürgerungstest, keine relevanten Verurteilungen und Ihr Bekenntnis zum Grundgesetz (§ 10 StAG). Die Gebühr beträgt 255 Euro.
Welche Voraussetzungen nennt das Gesetz?
Die Einbürgerung auf Anspruch regelt § 10 des Staatsangehörigkeitsgesetzes (StAG). Wer alle Punkte erfüllt, muss eingebürgert werden; die Behörde hat dann keinen Spielraum.
| Voraussetzung | Was verlangt wird | Gesetz |
|---|---|---|
| Aufenthalt | Seit fünf Jahren rechtmäßig mit gewöhnlichem Aufenthalt in Deutschland | § 10 Abs. 1 Satz 1 |
| Aufenthaltsrecht | Ein unbefristetes Aufenthaltsrecht, eine Blaue Karte EU oder ein Titel für einen dauerhaften Zweck (nicht etwa für Studium oder Ausbildung) | § 10 Abs. 1 Nr. 2 |
| Lebensunterhalt | Für sich und unterhaltsberechtigte Angehörige ohne Bürgergeld (SGB II) oder Sozialhilfe (SGB XII), mit Ausnahmen | § 10 Abs. 1 Nr. 3 |
| Straffreiheit | Keine Verurteilung wegen einer rechtswidrigen Tat; kleine Strafen bleiben außer Betracht | § 10 Abs. 1 Nr. 5, § 12a |
| Deutsch | Niveau B1 des Europäischen Referenzrahmens | § 10 Abs. 1 Nr. 6, Abs. 4 |
| Wissen über Deutschland | In der Regel durch den bestandenen Einbürgerungstest | § 10 Abs. 1 Nr. 7, Abs. 5 |
| Bekenntnisse | Zur freiheitlichen demokratischen Grundordnung und zur besonderen historischen Verantwortung Deutschlands für die NS-Unrechtsherrschaft | § 10 Abs. 1 Nr. 1 und 1a |
Gilt die Einbürgerung nach drei Jahren noch?
Nein. Die Verkürzung auf drei Jahre bei besonderen Integrationsleistungen gibt es nicht mehr: § 10 Absatz 3 StAG ist weggefallen. Die Änderung ist am 30. Oktober 2025 in Kraft getreten (BGBl. 2025 I Nr. 257), ohne Übergangsregel: Auch Anträge, die vorher gestellt wurden, werden nach dem neuen Recht entschieden. Seitdem gilt für den Anspruch einheitlich die Mindestaufenthaltszeit von fünf Jahren.
Welches Deutsch und welcher Nachweis?
Verlangt wird, dass Sie die Anforderungen einer Sprachprüfung der Stufe B1 erfüllen (§ 10 Abs. 4 StAG). Welche Zertifikate das belegen und wie viele Punkte Sie im DTZ für B1 brauchen, steht in B1 für die Einbürgerung: welches Zertifikat. Für Kinder unter 16 Jahren genügt eine altersgemäße Sprachentwicklung.
Es gibt Ausnahmen, etwa für Menschen, die wegen Krankheit, Behinderung oder Alter kein B1 erreichen können, und für die Generation der früheren Gastarbeiter, bei denen mündliche Verständigung im Alltag genügt (§ 10 Abs. 4 und 6 StAG).
Was prüft der Einbürgerungstest?
Der Test hat 33 Fragen, davon 3 zu Ihrem Bundesland. Bestanden haben Sie mit mindestens 17 richtigen Antworten in 60 Minuten. Mehr dazu in Einbürgerungstest: wie viele Fragen richtig?. Sie können ihn bei uns unter echten Bedingungen üben: Einbürgerungstest, mit den Fragen des amtlichen Katalogs.
Welche Strafen schaden der Einbürgerung nicht?
Nach § 12a StAG bleiben außer Betracht: Erziehungsmaßregeln und Zuchtmittel nach dem Jugendgerichtsgesetz, Geldstrafen bis 90 Tagessätze und Freiheitsstrafen bis drei Monate, die zur Bewährung ausgesetzt und erlassen wurden. Das gilt nicht, wenn das Gericht ein antisemitisches, rassistisches oder sonst menschenverachtendes Motiv festgestellt hat.
Müssen Sie Ihre bisherige Staatsangehörigkeit aufgeben?
Nach deutschem Recht nicht mehr: Seit dem 27. Juni 2024 wird bei der Einbürgerung Mehrstaatigkeit hingenommen. Ob Ihr Herkunftsland Ihnen die bisherige Staatsangehörigkeit lässt, entscheidet allerdings dessen eigenes Recht. Fragen Sie dort nach.
Was kostet die Einbürgerung?
Die Gebühr beträgt 255 Euro pro Person. Für ein minderjähriges Kind, das mit eingebürgert wird und kein eigenes Einkommen hat, sind es 51 Euro (§ 38 StAG). Die Behörde kann die Gebühr aus Billigkeitsgründen senken oder erlassen. Hinzu kommen Kosten für Sprachprüfung, Einbürgerungstest und Dokumente.
Häufige Fragen
Wie viele Jahre muss ich für die Einbürgerung in Deutschland leben?
Für den Anspruch fünf Jahre rechtmäßigen gewöhnlichen Aufenthalt (§ 10 Abs. 1 StAG). Die frühere Verkürzung auf drei Jahre ist seit dem 30. Oktober 2025 abgeschafft.
Welches Sprachniveau brauche ich für die Einbürgerung?
Deutsch auf Niveau B1. Ausnahmen gibt es bei Krankheit, Behinderung oder Alter und für die frühere Gastarbeitergeneration.
Was kostet die Einbürgerung 2026?
255 Euro pro Person, 51 Euro für ein mit eingebürgertes minderjähriges Kind ohne eigenes Einkommen (§ 38 StAG). Dazu kommen Kosten für Prüfungen und Dokumente.
Darf ich Bürgergeld bekommen und mich einbürgern lassen?
Grundsätzlich müssen Sie Ihren Lebensunterhalt ohne Bürgergeld oder Sozialhilfe bestreiten. Das Gesetz kennt Ausnahmen, etwa für die frühere Gastarbeitergeneration und für bestimmte Vollzeitbeschäftigte; das prüft die Behörde.
Muss ich meinen alten Pass abgeben?
Nach deutschem Recht seit dem 27. Juni 2024 nicht mehr. Ob Ihr Herkunftsland die doppelte Staatsangehörigkeit erlaubt, regelt dessen eigenes Recht.
Quellen
- Staatsangehörigkeitsgesetz (StAG), § 10, abgerufen am 9. Oktober 2026
- Staatsangehörigkeitsgesetz (StAG), § 12a, abgerufen am 9. Oktober 2026
- Staatsangehörigkeitsgesetz (StAG), § 38 Kosten, abgerufen am 9. Oktober 2026
- BMI: Gesetz zur Änderung des Staatsangehörigkeitsgesetzes (Ende der Einbürgerung nach drei Jahren), abgerufen am 9. Oktober 2026
- asyl.net: Änderungen des Staatsangehörigkeitsgesetzes am 30.10.2025 in Kraft getreten (BGBl. 2025 I Nr. 257), abgerufen am 9. Oktober 2026
- Auswärtiges Amt: Staatsangehörigkeitsrecht, wichtige Änderungen seit 27.06.2024, abgerufen am 9. Oktober 2026


